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Meine zehnjährige Tochter eilte sofort ins Badezimmer, sobald sie von der Schule nach Hause kam. Jeden einzelnen Tag. Der Rucksack fiel an die Tür, die Schuhe kaum ausgezogen — dann weg, das Badezimmerschloss klickte hinter ihr.

Eines Abends fragte ich sie schließlich sanft: “Warum nimmst du immer ein Bad, sobald du nach Hause kommst?”

Sie lächelte — ein gepflegtes, geübtes Lächeln, das ihre Augen nicht ganz erreichte.
«Ich bin einfach gerne sauber», sagte sie.

Diese Antwort hätte mich beruhigen sollen. Stattdessen hinterließ es einen Knoten in meinem Bauch. Sophie war normalerweise chaotisch, stumpf, vergesslich. Dieser Satz klang einstudiert, wie etwas, das sie zu wiederholen gelernt hatte.

Ungefähr eine Woche später wurde dieses Gefühl zu etwas viel Dunklerem.

Die Badewanne hatte langsam zu entleeren begonnen und hinterließ einen stumpfen grauen Ring, also beschloss ich, den Abfluss zu reinigen. Ich zog Handschuhe an, schraubte den Deckel ab und schob eine Plastik-Abflussschlange hinein.

Es hat sich an etwas Weichem verfangen.

Ich zupfte und erwartete Haare.

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