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Bei Ukraine-Reise: Reiche: Putin wollte Merz einschüchtern | Politik | BILD.de

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Hier schlug eine russische Drohne ein: Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) mit Bundeskanzler Friedrich Merz (70) und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (53) am zerstörten Gebäude der Nationalen Akademie der Wissenschaften

Foto: Global Images Ukraine via Getty Images 05.10.2026 – 11:20 Uhr TTS-Player überspringen↵ Artikel weiterlesen Kiew – Immer wieder ließ Kreml-Diktator Wladimir Putin sein Militär die Ukraine bombardieren, während die deutsche Regierungsdelegation die ukrainische Hauptstadt besuchte. Mehrfach bekamen Bundeskanzler Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche den Raketenalarm zu spüren.

Im Interview mit Paul Ronzheimer berichtet Katherina Reiche nun, dass sie von einem Zeichen der russischen Führung ausgeht: Putin habe die deutsche Regierung einschüchtern wollen!

Sie habe am Sonntag Angriffe in „großer Regelmäßigkeit“ erlebt und es seien „auch Ziele getroffen worden, die sehr, sehr nah am Stadtzentrum sind“, berichtete Reiche im RONZHEIMER-Podcast. „Ich rechne fest damit, dass die russische Führung genau wusste, wo sie treffen muss, um deutliche Zeichen zu setzen.“

RONZHEIMER: REICHE WARNT VOR NEUEN PUTIN-DROHNEN

Quelle: jenrich 05.10.2026 Welches Zeichen könnte Putin senden? Dazu Reiche: „Erschrecken, abschrecken. Vielleicht Unsicherheit auslösen, vielleicht verhindern, dass Abkommen geschlossen werden, dass man sich der Solidarität versichert. Angst zu erzeugen, ist ein beliebtes Mittel – gerade der russischen Führung.“

RUSSLAND HAT JETZT NOCH SCHNELLERE DROHNEN

Die Ministerin berichtete auch von russischen Fortschritten in der Drohnentechnologie: „ Russland hat es vermocht, die Drohnen, die eh schon schnell unterwegs waren, noch einmal durch individuelle Düsenantriebe zu beschleunigen.“

Das habe auch Folgen für die Abwehr wichtiger Infrastruktur: „Russland hat einen technologischen Sprung zugelegt. Drohnentechnik, die jetzt sehr viel schneller unterwegs ist. Drohnen abzufangen ist komplizierter geworden. Damit ist die Verwundbarkeit von Stromnetzen, von Gasnetzen, von Wasserversorgungsanlagen oder auch von Bahnstationen noch einmal mehr gefährdet.“

Ministerin Reiche im Gespräch mit Paul Ronzheimer in Kiew

Foto: Giorgos Moutafis Auch deshalb sei Reiche mit einer Delegation verschiedenster Unternehmer nach Kiew gereist: Es sollten Möglichkeiten ausgelotet werden, wie kritische Infrastruktur im kommenden Winter noch besser vor Putins Angriffen geschützt werden kann.

Beeindruckt zeigte sich die deutsche Wirtschaftsministerin von der Pünktlichkeit der ukrainischen Bahn, die trotz des russischen Dauer-Bombardements pünktlich fährt. „Es wird geschossen, es wird gedroht. Man weiß das und trotzdem fährt der Zug pünktlich aus dem Bahnhof und fährt auf die Sekunde pünktlich in Kiew in den Hauptbahnhof ein. In Deutschland bist du schon froh, wenn die Richtung halbwegs stimmt und du am selben Tag ankommst.“

REICHE HAT MIT SELENSKYJ ÜBER KORRUPTION GESPROCHEN

Katherina Reiche berichtete auch von schwierigen Gesprächen mit Ukraine -Präsident Wolodymyr Selenskyj, bei denen die Korruptionsskandale in seinem Land zur Sprache kamen. „Ja, natürlich muss man auch darüber sprechen und das tun wir auch.“ Über die deutschen Milliarden, die Kiew für Rüstung oder Infrastruktur erhalte, sagte die Ministerin: „Dann wollen wir sicher sein, dass dieses Geld auch genau dafür verwendet wird.“ Und weiter: „Wenn die Ukraine sich wirklich ernsthaft Richtung Europäische Union aufmachen will (…) ist das Thema Korruption eins, was hier unbedingt in den Griff bekommen werden muss.“

Reiches Erwartung gegenüber Selenskyj: „Es gibt eine Zusicherung, dass man weiter daran arbeitet. Wir werden aber auch darauf achten müssen, dass das nicht bei einer Zusicherung bleibt, sondern wir messbare Ergebnisse haben.“

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