Weiter zum Hauptinhalt↵ „SCHADE, WIR HATTEN KEINE GEMEINSAME SITZUNG“ : GRÜNE REAGIEREN MIT HÄME AUF SPAHNS RÜCKZUG
SEINE ERKLÄRUNG IM WORTLAUT
Jens Spahn (46, CDU) erklärte am Montag seinen Rückzug aus dem Haushaltsausschuss des Bundestages
Foto: Lars Berg/dpa *
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28.09.2026 – 19:01 Uhr TTS-Player überspringen↵ Artikel weiterlesen Berlin – 103 Worte, 570 Buchstaben, damit erklärt Jens Spahn (46, CDU) seinen Rückzug aus dem Haushaltsausschuss. BILD kennt den genauen Wortlaut der WhatsApp-Nachricht, die Spahn an die Mitglieder der Unions-Arbeitsgruppe Haushalt schickte. Der frühere Fraktionschef schrieb:
„Liebe Kolleginnen und Kollegen, nach reiflicher Überlegung über das Wochenende werde ich auf meinen Sitz im HHA verzichten. Alles rund um meine Person ist aktuell so politisiert, dass ein normales Arbeiten kaum möglich sein wird. Zudem merke ich an und in mir selber, dass mein Rücktritt im Juli noch viel zu frisch ist, um wieder voll durchzustarten, als wäre nichts gewesen. In Absprache mit Thorsten Frei werde ich mich vorerst auf meine Arbeit für den Wahlkreis und meine Familie konzentrieren. Mit welchen inhaltlichen Schwerpunkten es für mich weitergeht, entscheiden wir mit etwas zeitlichem Abstand. Der Arbeitsgruppe alles Gute bei den anstehenden Haushaltsberatungen. Euer Jens“
Auszug aus der Nachricht von Jens Spahn
Damit zog Jens Spahn nach nur wenigen Wochen im Haushaltsausschuss die Konsequenzen aus dem wachsenden Druck in den eigenen Reihen. Nach BILD-Informationen hatten mehrere Unions-Haushälter verlangt, ihn aus dem Ausschuss abzuziehen. Spahn kam wohl einer offenen Niederlage in der eigenen Fraktion zuvor.
Auslöser für den Unmut: Spahn hatte während der Sitzungswoche im Bundestag gefehlt und war nach Sardinien gereist. BILD hatte darüber berichtet. Der Bericht wurde wegen des Fotos gelöscht. Grund: Heimlich aufgenommene Bilder („Abschüsse“) von Kindern von Prominenten und Politikern veröffentlicht BILD nicht ohne Genehmigung/Freigabe der Eltern. BILD hat diese Entscheidung auf der Homepage und im Fehlerchannel öffentlich gemacht.
Foto: BILD „SCHADE, WIR HATTEN KEINE GEMEINSAME SITZUNG“
Auf X wurde Spahns Rückzug sofort zum Thema. Grünen-Haushälterin Paula Piechotta (40) schrieb dort: „Schade, jetzt hatten wir keine einzige gemeinsame Sitzung im Haushaltsausschuss.“ Deutlich schärfer äußerte sie sich gegenüber der „Rheinischen Post“. Sie bezeichnete den Rückzug als Zeichen „funktionierender politischer Hygiene“. Wer nicht verantwortungsvoll genug mit Steuergeld umgehen könne, solle „auch nicht über neues Steuergeld entscheiden können“.
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Sabine Döring, die von Februar 2023 bis Juni 2024 Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung war, lästert: „Was auch immer Jens Spahn politische Spitzenämter verschafft hat: Politischer Instinkt kann es nicht gewesen sein. Das gilt auch für jene, die ihn direkt nach der Leihmutterschaftsaffäre in den Haushaltsausschuss schickten.“
Selbst der Koalitionspartner SPD konnte sich Häme nicht verkneifen. Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer Dirk Wiese (43) erklärte, bei Personalentscheidungen schade es nicht, künftig „zwei Nächte drüber zu schlafen“. Die Bürger hätten ein gutes Gespür dafür, „was in die Zeit passt und was gar nicht geht“.
In der Unionsspitze blieb es auffällig still. Spahn selbst schrieb in seiner Erklärung, dass sein Rückzug mit Fraktionschef Thorsten Frei (53, CDU) abgesprochen sei.
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