Weiter zum Hauptinhalt↵ EX-MINISTER VERLÄSST MÄCHTIGEN HAUSHALTSAUSSCHUSS : SPAHN SCHMEISST HIN
ERKLÄRUNG PER WHATSAPP: „NORMALES ARBEITEN KAUM MÖGLICH“
Zieht sich vom nächsten Posten zurück: Ex-Unions-Fraktionschef Jens Spahn (46)
Foto: Lars Berg/dpa Vinzenz
Mayer
28.09.2026 – 14:28 Uhr TTS-Player überspringen↵ Artikel weiterlesen Berlin – Jens Spahn (46, CDU) wirft hin! Der Ex-Union-Fraktionschef gibt seinen Sitz im Haushaltsausschuss ab. Das teilte er in einem Schreiben mit. Damit kommt er wohl einem Rausschmiss zuvor. Zuerst hatte der „Spiegel“ berichtet.
In einem Schreiben an die CDU ‑Fraktion und den Unions-Fraktionschef Thorsten Frei (53, CDU), das BILD vorliegt, schrieb Spahn: „Nach reiflicher Überlegung über das Wochenende werde ich auf meinen Sitz im Haushaltsausschuss verzichten. Alles rund um meine Person ist aktuell so politisiert, dass ein normales Arbeiten kaum möglich sein wird.“ Außerdem sei sein Rücktritt im Juli noch viel zu frisch, um „wieder voll durchzustarten, als wäre nichts gewesen“.
Foto: BILD Jens Spahn legte bereits im Juli den Vorsitz der Unionsfraktion nieder, nachdem bekannt wurde, dass er und sein Ehemann durch eine Leihmutter in den USA Väter eines Kindes geworden waren. Seitdem stand Spahn auch innerhalb der CDU unter Druck. Ihm wurde von verschiedenen Seiten Doppelmoral vorgeworfen, da er als Gesundheitsminister Leihmutterschaften in Deutschland strikt abgelehnt hatte. Weitere Kritik gab es, weil er eine Sitzung des Haushaltsausschusses krankheitsbedingt verpasste, während er sich mit seiner Familie auf Sardinien aufhielt.
SPAHN WILL SICH AUF FAMILIE KONZENTRIEREN
Laut „Spiegel“ soll in einer späteren Sondersitzung sogar eine Mehrheit der Unions-Haushälter dafür gewesen sein, Spahn aus dem Ausschuss abzuziehen. Hinter den Kulissen hat es mehrere Krisengespräche gegeben, ein offener Konflikt sollte offenbar verhindert werden.
Wie es jetzt für Spahn weitergeht, ist völlig offen. In seinem Abschiedsschreiben heißt es: „Mit welchen inhaltlichen Schwerpunkten es für mich weitergeht, entscheiden wir mit etwas zeitlichem Abstand.“ Vorerst wolle sich Spahn auf „meine Arbeit für den Wahlkreis und meine Familie konzentrieren“.
Er wusste zuerst vom Spahn-Rückzug: Unions-Fraktionschef Thorsten Frei (53, CDU)
Foto: Michael Brandt/dpa Die Bundestagsabgeordnete Paula Piechotta (40) von den Grünen begrüßt dabei den Rückzug. Sie sagt gegenüber BILD: „Es ist ein Zeichen funktionierender politischer Hygiene, dass Jens Spahn jetzt – ohne an einer Sitzung teilgenommen zu haben – wieder aus dem Haushaltsausschuss rausgeht. Jemand, der gezeigt hat, dass er nicht verantwortungsvoll genug mit Steuergeld umgehen kann, sollte an dieser Stelle auch nicht über neues Steuergeld entscheiden können.“ Sie dankt „allen Haushältern, die sich für diese Entscheidung eingesetzt haben“. Die Grünen-Politikerin gilt als Kritikerin Spahns.
Spahn war erst wenige Wochen zuvor als Fraktionschef zurückgetreten und anschließend in den mächtigen Haushaltsausschuss gewechselt. Schon diese Personalentscheidung hatte laut „Spiegel“ bei einigen Unionsabgeordneten für Kritik gesorgt. Nach seinem Rücktritt als Vorsitzender der Unionsfraktion zog sich Spahn bereits von weiteren Führungsaufgaben zurück. So gab er auch den Vorsitz des CDU-Bezirksverbands Münsterland ab.
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