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CDU unter Druck: Sozialflügel fordert Kurswechsel von Merz | Politik | BILD.de

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Friedrich Merz (70) und seine CDU stehen nach den letzten Wahlergebnissen unter Druck

Foto: Annegret Hilse/REUTERS Marc Oliver

Rühle

27.09.2026 – 21:51 Uhr TTS-Player überspringen↵ Artikel weiterlesen Berlin – Dicke Luft in der CDU! Der Sozialflügel der Partei geht mit dem Kurs von Parteichef Friedrich Merz hart ins Gericht. Die Union werde ihrem eigenen Anspruch als Volkspartei „nicht mehr gerecht“, sagt Dennis Radtke, Chef der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), im Gespräch mit „ZDFheute.de“.

Seine Forderung an die Parteispitze: Die CDU muss sich breiter aufstellen – und wieder stärker die arbeitende Mitte erreichen. „Unser Anspruch muss sein, wieder Volkspartei zu werden“, sagt Radtke. Und schiebt hinterher: „Wir sind es nur noch in Teilen.“

In einem Vorstandsbeschluss fordert die CDA nach ZDF-Angaben eine neue Ausrichtung. Ziel: Menschen aus der „arbeitenden Mitte“ zurückzugewinnen. Die CDU habe Zustimmung verloren, weil das „politische Vorfeld vernachlässigt“ und die Partei „immer weiter verengt“ worden sei. Viele gesellschaftliche Gruppen fänden in der Union kaum noch statt, heißt es.

Radtke warnt: Eine Volkspartei, die nur noch mit sich selbst rede, „hört auf, Volkspartei zu sein“. Seine Forderung: Mehr Beschäftigte aus Industrie, Handwerk, Pflege, Bildung und Mittelstand sollen bei der Aufstellung von Wahlkreiskandidaten und Landeslisten berücksichtigt werden.

Dennis Radtke (47), Chef der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA)

Foto: Florian Wiegand/dpa RADTKE NIMMT MERZ DIREKT INS VISIER

Und auch Parteichef und Kanzler Friedrich Merz bekommt sein Fett weg. Radtke erinnert daran, dass Merz selbst bereits 2021 über entsprechende Defizite gesprochen habe. Gleichzeitig kritisiert der CDA-Chef Äußerungen des Kanzlers aus jüngster Zeit – etwa zur angeblich fehlenden Leistungsbereitschaft.

Solche Aussagen würden Menschen eher „triggern“, als sie abzuholen, sagt Radtke. Seine Botschaft an Merz ist unmissverständlich: „Natürlich muss sich auch Herr Merz verändern.“ Es gehe um sein Verhalten, seine politische Ausrichtung und seine Kommunikation. Nur so könne die CDU „aus diesem Knick herauskommen“.

KEIN RUF NACH NEUEM CDU-CHEF

Einen Wechsel an der CDU-Spitze oder im Kanzleramt lehnt Radtke allerdings ab. Zwar habe die Debatte angesichts der jüngsten Wahlergebnisse erneut Fahrt aufgenommen. Doch mit solchen Optionen dürfe man „nicht willkürlich spielen“, warnt der CDA-Chef.

Die Wahlergebnisse bezeichnet er dennoch als klare Zäsur: Die CDU flog aus dem Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. In Sachsen-Anhalt stürzte sie um fast 20 Punkte auf 17,2 Prozent ab. In Berlin landete sie auf Platz zwei.

CDU-KLAUSUR SOLL JETZT ANTWORTEN LIEFERN

Hoffnung setzt Radtke auf die geplante Klausurtagung des CDU-Präsidiums am 11. Oktober. Merz hatte angekündigt, zu einem „neuen Miteinander“ kommen zu wollen. Radtke verlangt dafür eine schonungslose, aber nüchterne Analyse der Probleme – und warnt vor hektischen Schnellschüssen.

Denn aus Sicht des CDA-Chefs wird die Gruppe der Mandats- und Funktionsträger „immer homogener“. Dem müsse die Partei etwas entgegensetzen. Gleichzeitig räumt Radtke ein: Die personelle Breite in der Bundestagsfraktion und in manchen Landtagsfraktionen lässt sich nicht über Nacht verändern.

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