Merz und Söder haben nach Spahns Rücktritt einen neuen Mann für die Spitze der Unionsfraktion gefunden: Thorsten Frei. Doch längst nicht alle sind zufrieden.
Berlin – Nach dem Rücktritt Jens Spahns (CDU) im Zuge der Causa Leihmutterschaft am Samstag (18. Juli) suchte die Union in den darauffolgenden Tagen intensiv nach einem neuen Fraktionsvorsitzenden. Im ZDF-Sommerinterview (19. Juli) kündigte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) noch an, sich triftige Personaländerungen der Union vorstellen zu können. Doch die Entscheidung, die vier Tage nach Spahns Rücktritt erfolgte, ist eher verhaltener Art. An der Spitze der Unionsfraktion soll es nun Thorsten Frei (CDU) richten.
Merz und Söder haben nach Spahns Rücktritt einen neuen Mann für die Spitze der Unionsfraktion gefunden: Thorsten Frei. Doch längst nicht alle sind zufrieden.
Fotomontage Thorsten Freis (CDU), Markus Söders (l. CSU) und Friedrich Merz‘ (r. CDU) © dpa | Sebastian Gollnow und dpa | Michael Kappele
Der 52-jährige Baden-Württemberger – bis hierhin als Kanzleramtschef tätig – tat sich in jener Position ehrlicherweise schwer. Mit dem neuen Posten würde Frei jenes Amt bekommen, das er sich bereits im Vorjahr gewünscht hatte. Doch längst nicht alle Abgeordneten der Unionsbundestagsfraktion halten die Entscheidung für gelungen.
Frei als Spahn-Nachfolger: Merz lobte Kanzleramtschef mit Nachdruck
Die führenden Unionspolitiker – Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) – verständigten sich auf Frei als neuen Vorsitzenden der Bundestagsfraktion beider Parteien. Dies bestätigte die Union am Mittwoch offiziell in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Der Vorschlag sei in einer Videokonferenz mit dem Fraktionsvorstand unterbreitet und anschließend den Mitgliedern der Fraktion vorgelegt worden, berichtete etwa die Tagesschau.
Betreffend der Personalentscheidung sagte Merz der Tagesschau zufolge: „Ich bitte um Zustimmung der Fraktion für Thorsten Frei, der einen maßgeblichen Anteil am bisherigen Erfolg der Regierungsarbeit und der Stabilität der Koalition hat.“ Die Reformerfolge der letzten Wochen seien schließlich „auch sein Verdienst“, stellte Merz dabei heraus. Weiter betonte der Bundeskanzler, Frei komme aus der Mitte der Fraktion und werde dort „für das perfekte Zusammenspiel zwischen Parlament, Koalitionspartner und Bundesregierung sorgen“.
Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
Fotostrecke ansehen
Unionsfraktionsvorsitzender Frei bringt einiges an Druck mit ins neue Amt
Mit Frei folgt auf Spahn ein Mann für die Führung der christdemokratischen und christsozialen Fraktion, der die Unionsgeschäfte im Bundestag lange im Kern kennt. Zu Zeiten der Ampel-Koalition war Frei Parlamentarischer Geschäftsführer von CDU und CSU, wobei er für Abläufe in der eigenen Fraktion und Absprachen mit anderen politischen Gruppen im Bundestag verantwortlich war.
Frei gilt als ein Vertrauter Merz’, der damals als Oppositionsführer der Fraktion vorstand.
