Der Sommer der Reformen sollte für die schwarz-rote Regierung die Wende bringen. Doch insbesondere CDU/CSU um Kanzler Merz verlieren weiter an Rückhalt.
Berlin – Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigte sich zufrieden und aufgeräumt, als er am 2. Juli das sogenannte Reformpaket der schwarz-roten Koalition präsentierte. „Ich gehe davon aus, in dem Augenblick, wo erkennbar wird, dass wir damit auf dem richtigen Weg bleiben, wird auch die Zustimmung zur Bundesregierung steigen“, hatte er in der Pressekonferenz verkündet. Wohlgemerkt, nachdem er dem Wahlvolk mitgeteilt hatte, worauf es zukünftig zu verzichten, oder welche Härten es demnächst zu erdulden habe.
Damit nicht genug. Kritikerinnen und Kritiker des Regierungskurses mussten sich später noch gefallen lassen, als „Kulturpessimisten, Untergangspropheten, Nöler, Nörgler, empörte Berufskritiker“ bezeichnet zu werden: „Wegtreten! Wir gehen mit Zuversicht und Optimismus an die Arbeit und wir bringen unser Land wieder auf das Level, auf das wir es verdient haben.“ Nun, bislang haben sich weder der Ton, noch der Kurs des Kanzlers für ihn und seine Regierung gerechnet.
Merz-Union verliert – AfD legt in neuer Umfrage zu
Denn folgt man der aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos, verliert die Union erneut und kommt aktuell noch auf 22 Prozent. Die AfD hingegen kann um einen Punkt auf 28 Prozent zulegen.
Die SPD bleibt stabil bei 13 Prozentpunkten, dafür legt die Linke zu und zieht mit den Sozialdemokraten erstmals im Bund bei einer Erhebung gleich. Bei den anderen Parteien ändert sich nichts: Die Grünen erreichen 14 Prozent, die FDP und das BSW scheitern mit 4 und 3 Prozent an der 5‑Prozent‑Hürde.
Vergleicht man die Werte mit dem Wahlergebnis vom 23. Februar 2025, so ergibt sich ein eindeutiges Bild: Die Wahlberechtigten sind mit der Politik der Merz-Regierung unzufrieden. Schließlich verliert die Union mit –6,5 am stärksten, gefolgt von dem Koalitionspartner SPD mit –3,4.
Erwartungsgemäß am stärksten legt die AfD zu mit 7,2 Prozent; die Linke folgt mit 4,2. Wie sich zeigt, kann Wolfgang Kubicki die FDP bislang nicht aus der Krise führen, denn seit der Wahl verbucht sie noch einmal –0,3 Prozent weniger.
