Eine Einigung in letzter Minute zwischen dem TSV 1860 und Hasan Ismaik schien zwischenzeitlich noch möglich, doch die finanzielle Rettung blieb aus.
München – Rien ne va plus. 20 Tage nach dem „Schwarzen Mittwoch“ haben die Gesellschafter des TSV 1860 der gemeinsamen KGaA den Todesstoß versetzt und die Mechanismen der Insolvenz in Gang gesetzt. Eine Einigung in letzter Minute schien zwischenzeitlich noch möglich, doch die finanzielle Rettung blieb aus. Der 23. Juni 2026 dürfte somit als „Schwarzer Dienstag“ in die Vereinsgeschichte eingehen. So langsam gehen den Löwen die Wochentage aus.
Nach Lage der Dinge und wie in einem Schreiben an die Gesellschafter angekündigt, wird Geschäftsführer Manfred Paula an diesem Mittwoch den Gang in die Infanteriestraße antreten und die Insolvenz der KGaA anmelden.
Dabei hatte es nur wenige Stunden vor Fristende noch einmal mächtig rumort. Aus dem Umfeld von Investor Hasan Ismaik war am Dienstag zu hören, dass die vom e.V. seit Jahren angestrebte Traumlösung – die Rückgabe der Investor-Anteile – plötzlich wieder möglich sei. Der Preis: eine öffentliche Entschuldigung gegenüber Ismaik für den Umgang mit ihm in 15 gemeinsamen Jahren.
In einer WhatsApp-Nachricht an unsere Zeitung erklärte Ismaik noch kurz vor Fristablauf: „Ich bin weiterhin der Überzeugung, dass einvernehmliche und verantwortungsvolle Lösungen einer Eskalation oder dem Einschlagen komplizierterer Wege immer vorzuziehen sind.“
Und weiter: „Ob eine Lösung erreicht werden kann, hängt davon ab, ob alle Beteiligten bereit sind, sich auf die Zukunft des Vereins und der Gesellschaft zu konzentrieren, anstatt zu vergangenen Streitigkeiten zurückzukehren.“
Nach Informationen unserer Redaktion wäre die Ismaik-Seite sogar bereit gewesen, auf Rechtsmittel zu verzichten. Allerdings ergibt sich aus vertraulichem Schriftverkehr, der unserer Zeitung vorliegt, ein entscheidender Punkt: Selbst eine Entschuldigung hätte die KGaA nicht automatisch gerettet. Die Investorenseite hatte bereits klargemacht, kein weiteres Geld mehr in die gemeinsame Gesellschaft zu geben. Die Finanzierung hätten der Verein und die Partner der KGaA selbst organisieren müssen. Kurzfristig wären dafür 7,3 Millionen Euro erforderlich gewesen.
