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Part2: Ich runzelte verwirrt die Stirn. „Habe ich …?“

Part2: Ich runzelte verwirrt die Stirn. „Habe ich …?“
„Sie haben sich sehr deutlich ausgedrückt“, sagte er freundlich. „Sie haben immer wieder nach ihr gefragt.“

Dann fiel es mir wieder ein. Die Sauerstoffmaske. Die ruhigen Hände des Sanitäters. Mein Handy, das immer wieder ins Feuer fiel, als ich versuchte, es zu entsperren. Aurora. Vollständig gestillt. Nie mit der Flasche gefüttert. Sie war bei Frau Morelli, meiner älteren Nachbarin, die sich bereit erklärt hatte, nur für die zwanzigminütige Fahrt zum Supermarkt auf sie aufzupassen.

Und jetzt war ich im Krankenwagen statt in der Küche.
Der Sanitäter beobachtete mich aufmerksam, sein Blick scharf, aber warm.
„Kann jemand zu dem Baby gehen?“, fragte er.
Mein erster Impuls, automatisch, tief verwurzelt, beschämend, war, meine Mutter anzurufen. Ich erinnere mich, wie meine Hände beim Wählen zitterten, wie meine Sicht verschwamm, wie jedes Schlagloch auf der Straße stechende Schmerzen in meinen Rippen verursachte.
Sie ging beim dritten Klingeln ran.

„Giulia, ich bin im Spa“, sagte sie. „Was gibt’s?“
Ihre Stimme klang gereizt, abwesend. Im Hintergrund hörte ich Wasser plätschern. Leise Musik. Lachen.
„Mama“, flüsterte ich. „Ich hatte einen Autounfall. Schwer. Ich bin im Krankenwagen.“
Stille.
Dann ein Seufzer.

„Bist du sicher, dass es so schlimm ist?“, fragte sie. „Du neigst dazu, solche Dinge zu dramatisieren.“
Ich spürte noch immer, wie sich meine Brust bei der Erinnerung zusammenzog.
„Mein Auto ist Schrott“, sagte ich. „Ich habe eine Gehirnerschütterung. Sie bringen mich ins Umberto-I-Krankenhaus. Aurora ist zu Hause bei Frau Morelli. Könntest du sie bitte abholen?“
„Umberto-I-Krankenhaus?“, sagte sie kurz angebunden. „Es ist eine Stunde entfernt. Ich bin gerade bei einer Algenbehandlung.“

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