Mein Mann nahm seine Geliebte mit zur Vorstandssitzung, um es zu zeigen—, war aber gelähmt, als der neue Besitzer des Unternehmens mit unserem Ehering hereinkam.
Raymond war Vizepräsident einer großen Werbeagentur in Mexiko. Gutaussehend, intelligent, aber übertrieben arrogant. Er glaubte, der König von allem zu sein.
Zu Hause behandelte er seine Frau Celine, als wäre sie unsichtbar. Für ihn war sie nur eine einfache Frau, die immer eine Schürze trug, ruhig war und sich dem Zuhause widmete.
—Celine! —Raymond schrie, bevor er ging—. Warte heute Abend nicht auf mich. Wir haben ein Akquisitionstreffen. Der neue Eigentümer des Unternehmens kommt. Wenn ich es verdiene, werde ich der nächste CEO. Und ruf mich nicht an, du bist nur im Weg.
Was Raymond nicht wusste… war, dass Celine die Wahrheit kannte. Ich wusste, dass es nicht nur ein Treffen war. Sie wusste, dass er seine Geliebte Fiona, seine Sekretärin, mitnehmen würde.
Im Büro betrat Raymond mit erhobenem Kopf den Sitzungssaal. Die Ratsmitglieder saßen bereits, alle in eleganten Anzügen.
Aber Raymond kam nicht alleine an.
Er hatte Fiona am Arm. Kurzer Rock, intensiv rote Lippen, der sich an ihn klammert, als gehöre er ihm.
—Herr Raymond —der Personalmanager warnte—, dies ist eine Ratssitzung. Außenstehende sind nicht erlaubt.
—Lass dich nicht ein —lächelte verächtlich—. Fiona ist mein Glücksbringer. Wenn ich CEO bin, werde ich ihren Stabschef ernennen. Also gewöhnen sie sich besser daran.
Er saß am Kopfende des Tisches und setzte Fiona schamlos auf seinen Schoß, während sie warteten. Einige Manager murrten unangenehm. Es war ein völliger Mangel an Respekt.
—Der neue Besitzer kommt —gab der Assistent bekannt—. Der Investor, der 51 % der Anteile erworben hat.
Die Glastür öffnete sich.
KLICKEN. CLAC. KLICKEN. CLAC.
Der feste Klang der Designer-Heels hallte durch den Raum.
Eine Frau in einem weißen Armani-Anzug trat ein. Haare zu einem eleganten Dutt zusammengebunden. Seine Anwesenheit verlieh ihm Autorität, Eleganz und Macht.
Raymond lag auf dem Rücken und lachte mit Fiona.
—Guten Morgen, meine Herren —die Frau begrüßte.
Die Stimme…
Raymond erstarrte. Diese Stimme war ihm zu vertraut.
Er drehte sich langsam um.
Seine Augen weiteten sich. Fionas Herz fiel fast zu Boden.
Die Frau vor ihnen, die neue Besitzerin des Unternehmens… war Celine.
Aber nicht Celine “Hausfrau”.
Es war Celine Vandel.
Geschäftsfrau. Erbe der mächtigen Vandel-Gruppe, einem der einflussreichsten Konglomerate Mexikos.
—C-Celine? —Raymond stammelte und stand so abrupt auf, dass Fiona zu Boden fiel—. Was machst du hier? Geh nach Hause! Koch!
Celine antwortete nicht. Er ging direkt auf die Spitze des Tisches zu… Raymonds Platz.
Sie sah ihn von Kopf bis Fuß an.
Dann legte er seine linke Hand langsam auf den Glastisch.
ZINN.
Der Ehering klopfte sanft auf das Glas. Derselbe Ring, den Raymond ihm vor zehn Jahren geschenkt hatte. Es leuchtete unter dem Licht.
Raymond sah auf diese Hand. Die Hand, die ihre Kleidung bügelte, für ihn kochte, unterstützte ihn… selbst als er sie verriet.
—Was mache ich hier, Raymond? —fragte er ruhig—. Hast du vergessen, wer ich bin? Bevor ich dich geheiratet habe, war ich Celine Vandel. Der einzige Erbe der Vandel-Gruppe. Das Geld, mit dem Sie in diese Firma eingestiegen sind… gehörte mir.
Raymonds Gesicht wurde blass.
—Eine Liebe… Schatz… Ich wusste es nicht… Ich dachte…
—Dass sie nur eine einfache Hausfrau war, die man täuschen konnte? —unterbrach sie ihn.
Celine sah Fiona an, die immer noch auf dem Boden lag und ihren Rock zurechtrückte.
—Und Sie —sagte er kalt— dringen in Privateigentum ein.
Er sah Raymond wieder an. Er nahm den Ring von ihrem Finger… und nahm ihn langsam ab.
Er legte es vor sich hin.
—Ich habe gehört, dass Sie CEO werden möchten.
—Ja, Liebe! Es ist für uns! Für unsere Zukunft! —flehte er.
Celine lächelte leicht.
—Als neuer Eigentümer werde ich meine erste geschäftsführende Entscheidung treffen.
Es herrschte absolute Stille.
—Raymond, du bist gefeuert. Mit sofortiger Wirkung.
Die Ratsmitglieder begannen zu murmeln.
—Und das nicht nur von der Arbeit —fuhr sie fort—. Du bist auch gefeuert wie mein Mann. Raus aus meinem Gebäude … und raus aus meinem Leben.
Er wandte sich in Sicherheit.
—Wachen, bringen Sie den Müll raus.
Die Wachen nahmen Raymond und Fiona mit, während er verzweifelt schrie:
—Celine! Ich bin dein Mann! Das Geld gehört auch mir!
Aber Celine blickte nicht zurück.
Er saß an der Spitze des Tisches, der nun sein rechtmäßiger Thron war, während die Ratsmitglieder zu applaudieren begannen.
An diesem Tag lernte Raymond die schmerzhafteste Lektion in Sachen Wirtschaft und Liebe:
Unterschätzen Sie niemals die Person, die “allein
