Weiter zum Hauptinhalt↵ KANZLER FLOG FAST DURCHS ABITUR : MERZ BESUCHT DIE SCHULE, AN DER ER FRÜHER BERÜCHTIGT WAR
Berühmter, aber auch berüchtigter früherer Schüler: Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) begrüßt am Montagmorgen den Nachwuchs auf dem Schulhof des Friedrich-Spee-Gymnasiums in Rüthen
Foto: INA FASSBENDER/AFP Florian
Kain
05.10.2026 – 11:15 Uhr TTS-Player überspringen↵ Artikel weiterlesen Berlin – Es ist ein besonderer Besuch für den Kanzler: Zum 100. Geburtstag des Friedrich-Spee-Gymnasiums im sauerländischen Rüthen kehrt er heute an den Ort zurück, an dem er vor 51 Jahren Abitur machte. Geschafft hat er das allerdings nur mit „Mühe und Not“, wie er mehrfach berichtete, ohne bislang seine konkrete Abi-Note zu verraten. Lediglich in einem „Zeit“-Podcast 2025 wurde Merz einst konkreter. Als die Zahl 3,8 fiel, sagte er: „Gehen Sie mal davon aus, dass es in dieser Bandbreite war.“ Dabei wolle er es aber „belassen“.
Möglich, dass ihn heute die Schüler des Friedrich-Spree-Gymnasiums dazu löchern, wenn er dort mit ihnen über seinen Bildungsweg spricht – allerdings hinter verschlossenen Türen, Journalisten sind nicht zugelassen.
Friedrich Merz ließ sich auf dem Podium von Schülern befragen
Foto: Leon Kuegeler/REUTERS Wo die Ursachen für die miese Note lagen, hat Merz-Biograf Volker Resing in dem Buch „ Friedrich Merz – Sein Weg zur Macht“ (Herder Verlag) konkretisiert. Demnach war Merz im Unterricht „als Störer bekannt“, habe in der letzten Reihe im Klassenzimmer „Karten gespielt“, statt den Lehrern zuzuhören. „Wir wollten uns nicht mehr alles von den Alten sagen lassen“, erinnerte sich Merz an diese Zeit. „Wir wollten Spaß haben und unsere Partys feiern.“ Er war ein „schlechter Schüler, blieb sitzen“ und „musste die Schule wechseln“ – sie also verlassen.
MERZ JOBBTE ZUNÄCHST AUF DEM BAU
Zum Ärger seines Vaters habe er auf dem Bau gejobbt. Er habe dann eine Maurerlehre machen sollen, so Merz weiter. Seine Mutter habe aber durchgesetzt, dass er „es noch mal auf einer anderen Schule versuchen sollte“ – dem Gymnasium in Rüthen. Die „trotzige Antihaltung“ blieb aber offenbar auch dort. Merz selbst erklärte, es habe damals bei ihm und seinem Freundeskreis eine „große Gleichgültigkeit“ geherrscht, es gab also „keinen Leistungswillen“.
Mit dieser Einstellung schaffte er schließlich nur knapp das Abitur . Sein Abiturzeugnis liege bei ihm zu Hause im Safe und komme „nicht raus“, scherzte er. Merz sagt im Rückblick, er beneide seine Frau Charlotte darum, „dass sie aus ihrer Schulzeit mehr herausgeholt“ habe. Und er sei auch „froh, dass meine Kinder anders zur Schule gegangen sind, als ich das getan habe“.
EXPERTE: „GEBROCHENE ERSTE LEBENSPHASE“
Merz-Biograf Resing spricht von einer „gebrochenen ersten Lebensphase, die vielleicht den späteren Lebenshunger und auch vielleicht einen nachholenden Ehrgeiz erklärt“. Dieser Ehrgeiz brachte ihn bis in die höchste Schaltzentrale der Macht. Umso bemerkenswerter, dass der Kanzler trotz dieser schlechten Erinnerungen an seine alte Schule zurückkehrt.
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