Berlin/Schwerin – Jetzt wird das private Glück für Unions-Fraktionschef Jens Spahn (46, CDU) zum Politikum: In seiner Partei brodelt es. Nun fordert der erste Landesverband Spahns Rücktritt!
Der CDU-Chef von Mecklenburg-Vorpommern, Daniel Peters (45), zu BILD: „Jens Spahn hat als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion eine besondere Vorbildfunktion innerhalb der Union. Mit einer Leihmutterschaft in den USA hat Spahn sich in voller Absicht über in Deutschland geltendes Recht hinweggesetzt.
Zudem nimmt er für sich in Anspruch, als Privatperson ganz anders handeln zu können als er als CDU-Mandatsträger abstimmt. Das geht überhaupt nicht.“
Foto: Jens Büttner/dpa
Peters, der zudem Mitglied im CDU-Bundesvorstand ist, sagt weiter: „Die CDU steht für Glaubwürdigkeit und Klarheit, gerade in ethisch sensiblen Fragen. Jens Spahn ist als Vorsitzender der Unionsfraktion nicht mehr tragbar und muss zurücktreten.“
Auch Peer Mock-Stümer, CDU-Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, fordert Spahns Rücktritt. Dieser sei „zwingend“, sagte er dem „Stern“. „Das Schlimme daran ist die Doppelmoral. Passt es mir selbst, mache ich es und setze mich über Gesetze hinweg, geht es um andere Menschen, bin ich dagegen und bestätige genau diese Gesetze.“
Jens Spahn und die Debatte über Leihmutterschaft
Spahn und sein Ehemann Daniel Funke (44) hatten am Mittwoch bei BILD exklusiv ihr Babyglück öffentlich gemacht: „Mein Mann ist Papa geworden, und ich mit ihm.“ Eine Leihmutter in Amerika habe es zur Welt gebracht. In CDU und CSU hat diese Nachricht eine heftige politische Grundsatzdebatte ausgelöst. Denn Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Kritiker – auch aus seiner eigenen Partei – werfen ihm deshalb Doppelmoral vor.
